CDU Berlin im digitalen Zeitalter angekommen?

Veröffentlicht: 30. August 2011 in CDU

Ein Blick auf die Übersicht der Beliner Kandidaten auf abgeordnetenwatch.de verrät Überraschendes. Dort sind die Kandidaten nach Anzahl der beantworten Fragen sortiert und die sonst eher als Internet-Ausdrucker verkannten Politiker von der CDU und (mit Abstrichen) FDP. Denn obwohl vermutlich das Verständnis des Internets bei den hochrangigen Vertretern der SPD oder der Grünen ähnlich dünn ausgeprägt ist wie im konservativen Lager, waren es eben doch vor allem die Volksvertreter von der CDU und der CSU, die sich durch extrem dümmliche Äußerungen und manchmal auch Regelungen zum Thema Internet hervorgetan haben. In Berlin hat die CDU aber scheinbar die Zeichen der Zeit erkannt.

Auf der Übersichtsseite listet abgeordnetenwatch.de die Kandidaten nach Anzahl der beantworten Bürger-Fragen, was natürlich als Anreizmodel für die Politiker gedacht ist, sich möglichst aktiv an der Plattform zu beteiligen. Und auf Platz findet sich mit deutlichen Abstand Frank Henkel, der Spitzenkandidat der CDU. Von 78 gestellten Fragen hat er (bzw. seine Wahlkampfhelfer und Praktikanten) schon 43 beantwortet.Das sind 55 %.

Mit nur 21 Antworten von 63 Fragen (33 %) folgt Renate Künast. Aber das ist ja auch verständlich, Renate hat schließlich viel zu tun derzeit, denn „Renate arbeitet“ und „Renate kümmert sich“.

Auf Platz 3 liegt dann wieder die CDU. Cerstin Richter-Kotowski (der Schreibweise des Vornamens zu urteilen kein Ossi) tritt für die CDU in Steglitz-Zehlendorf (devinitiv kein Ossi!) an. Sie hat 21 von 23 Fragen beantwortet und damit genauso viele wie Frau Künast. Nur weil ihr weniger Fragen gestellt wurden, liegt sie ungerechter Weise hinten. Eigentlich ist ihre Antwort-Quote mit 91 % richtig gut und schon das würde sie für Platz 2 qualifzieren.

Es folgt ein einsamer SPD-Streiter auf Platz 4 (der nächste SPD-Kandidat liegt auf Platz 17) und ein paar Linke.

Insgesamt hat die CDU in der Top10 vier ihrer Kandidaten platziert. Das sind 40 %! Davon träumt man im Wahlkampf. Grüne und Linke teilen sich mit jeweils 2 Kandidaten den zweiten Platz, SPD und „Bürgerbestimmtes Leben“ haben immerhin einen Kandidaten in der Top10.

Die FDP sucht man vergebens – vielleicht stellt der einfach keine einer Frage. Und die Antwort auf Fragen wie „wieviel müsste ich spenden, damit diese oder jene Unternehmens-Steuer gesenkt wird“ erhält man wohl auch eher in dunkeln Hinterzimmern oder prächtigen Präsidenten-Suiten.

An dieser Stelle also eine Respekt-Bekundung an die CDU Berlin. Zumindest diesen Teil der Wahlkampf-Strategie habt Ihr gut umgesetzt. Und es ist auch richtig, dass Ihr in Blogkommentaren auf die eigene Beteiligung bei abgeordnetenwatch und die mangelende Beteiligung der anderen hinweist. Schön wäre es, wenn Ihr das Model der Bürgerbefragung und -beteiligung auch über die Wahl hinaus als wichtiges demokratisches Instrument anerkennt und nicht nur dann nach einem Bürgerentscheid ruft, wenn es gerade politisch oportun ist.

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