da wird die Linkspartei sich aber bedanken

Veröffentlicht: 19. August 2011 in Linke

Sauer ist die Linkspartei derzeit auf einstige Bundesgenossen. Die für ihre krude Weltsicht bekannte Zeitung Junge Welt hat diese Woche mit einem Titelblatt aufgemacht, in dem man sich für den Mauerbau bedankt. Der Linkspartei kann das nicht unpassender kommen, da sie ohnehin in der eigenen Partei eine Debatte hat, wie man mit dem Einsperren von 15 Millionen Menschen umgehen solle. Nicht wenige in der Linkspartei verteidigen den Bau der Mauer immer noch als Notwendig für das Überleben des Sozialismus. Auf die Frage, ob ein System, das nur als großes Freiluft-Gefangenenlager existieren kann, überhaupt überlebenswert ist, kommt selten eine vernünftige Antwort.

Es gibt zwar keine direkte Beziehung zwischen Linkspartei und Junger Welt, allerdings haben die Genossen immer gerne Werbung für ihre Partei und ihren Wahlkampf in der Zeitung geschalten. Diese Praxis hat die Linkspartei jetzt eingestellt. Es soll keine weiteren Anzeigen geben, man wolle sich vom Blatt distanzieren, so die Parteiführung

Einfach aus Spaß nochmal zu einigen Thesen der Jungen Welt. Diese dankt den Mauer-Bauern unter anderem für 28 Jahre:

  • 28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen
    (Als ob es das Manöver Völkerfreundschaft gegen das Polnische Volk oder die Beteiligung von 2 NVA-Divisionen an der blutigen Niederschlagung des Prager Frühlings nie gegeben habe.)
  • 28 Jahre ohne Neonazi-Plakate in der deutschen Hauptstadt
    (Abgesehen davon, dass Berlin gemäß Eigenbetitelung nur die „Hauptstadt der DDR“ war, gab es auch in der DDR immer wieder Neonazis und Nazi-Gruppen.)
  • 28 Jahre Geschichtswissenschaften statt Guidoknappgeschichten
    (Die Objektivität der Geschichtsaufarbeitung der DDR darf stark angezweifelt werden. Von der Verzerrung der Ereignisse rund um die Revolutionen im Russischen Zarenreich bis hin zur ständigen Beschönigung der eigenen sozialistschen Geschichte.)
  • 28 Jahre Club Cola und FKK
    (Vita Cola scheckt einfach besser und FKK kannste heute genauso wie damals halt in den dafür freigegebenen Stränden.)
  • 28 Jahre ohne Hedge-Fonds und Private-Equity-Heuschrecken
    (Die Kommerzielle Koordinierung des Außenhandels der DDR hat vielen westlichen Ausbeuter-Konzernen zugearbeitet.)
  • 28 Jahre munteren Sex
    (Ähm, ein Verdienst des Sozialismus?)
  • 28 Jahre Bildung für alle
    (Meine Englisch-Lehrerin wollte uns beibringen, dass Mittwoch im Englischen „Wähd-Ness-Deh“ ausgesprochen wird.)
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Kommentare
  1. Decker sagt:

    krass, drehen die denn komplett frei? diese ewig gestrigen genießen hier meinungsfreiheit und verhöhnen die opfer.

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